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Shruti Box: das Drone-Instrument der Indischen Musik

Was die Shruti Box ist, wie ihr Blasebalg-Zungen-System funktioniert, die Unterschiede zu Harmonium und Tanpura, und die besten Modelle zum Kaufen.

Aktualisiert: 16. August 2026

Shruti Box, ein indisches Zungeninstrument zur Erzeugung eines kontinuierlichen Borduns in der klassischen Musik

Kurzantwort

Die Shruti Box (oder Sur Peti) ist ein indisches Blasinstrument, das durch handbetätigte Blasebälge und Metallzungen einen Bordun (Dauerton) erzeugt. Sie gibt Sängern und Musikern den Referenzton in der indischen klassischen Musik, im Kirtan, in der Meditation und im Yoga. Der übliche Umfang ist C3-C5 (13-14 chromatische Noten). Einsteigermodelle kosten etwa 40-80 €.

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Was ist eine Shruti Box?

Die Shruti Box — auch Sur Peti oder Shruti Peti genannt — ist ein kleines Durchschlagzungen-Instrument indischen Ursprungs. Ihre Hauptfunktion ist die Erzeugung eines kontinuierlichen Bordunklangs: eine Note (oder mehrere) ohne Unterbrechung gehalten, die Sängern, Instrumentalisten und Meditierenden als tonale Referenz dient.

Das Sanskrit-Wort Shruti bedeutet wörtlich „das, was gehört wird" und bezeichnet in der indischen Musiktheorie die Mikrotöne bzw. Intervalle, die die Grundlage der Tonleiter bilden. Die Shruti Box liefert diesen Grundton, auf dem die gesamte Improvisation oder Komposition aufbaut.

Strukturell ist die Shruti Box ein rechteckiger Holzkasten mit einem Blasebalgsystem an einer Seite und einer Reihe gestimmter Metallzungen im Inneren. Jede Zunge entspricht einer Note und wird über eine kleine Schiebetaste oder einen Knopf oben am Instrument aktiviert.

Anders als andere kuriose Instrumente wie das Handpan (das jahrelange Übung erfordert) oder das Theremin (das ein geschultes Gehör und sehr präzise Körperkontrolle verlangt), kann die Shruti Box schon am ersten Tag ohne musikalische Vorkenntnisse gespielt werden. Man muss nur die richtige Note wählen und den Blasebalg bewegen.

Geschichte: vom tragbaren Harmonium zur modernen Shruti Box

Die Shruti Box geht auf das Harmonium zurück, ein westliches Durchschlagzungen-Instrument, das im 19. Jahrhundert während der britischen Kolonialzeit nach Indien gelangte. Das Harmonium — mit vollständiger Tastatur und Pedal-Blasebalg — wurde schnell in die hindustanische und karnatische klassische Musik Indiens integriert, besonders im devotionalen Gesang (Bhajan) und im klassischen Gesang (Khayal).

Indische Musiker erkannten bald, dass für viele Zwecke eine vereinfachte Version genügte, die nur den Referenz-Bordun erzeugte, ohne die vollständige Tastatur. So entstand die Sur Peti, der direkte Vorläufer der modernen Shruti Box: ein verkleinertes, leichteres Harmonium mit festen Tasten für die Bordunnoten, ohne die Komplexität eines melodischen Instruments.

Im 20. Jahrhundert machte die zunehmende Popularität von Yoga und Meditation im Westen die Shruti Box zu einem gefragten Objekt außerhalb Indiens. Hersteller aus den Regionen Miraj (Maharashtra) und Delhi entwickelten kompaktere, günstigere Versionen für diesen internationalen Markt. Ab den 2000er Jahren kamen elektronische Versionen auf — mit eingebautem Lautsprecher, Akku und feiner Tonhöhenregelung —, die das manuelle Betätigen des Blasebalgs überflüssig machten.

Heute wird die Shruti Box weltweit sowohl von Musikern der indischen klassischen Musik als auch von Praktizierenden von Kirtan, Yoga Nidra, Vipassana-Meditation und Sound Healing verwendet.

Indischer Musiker mit einem Bordun-Instrument der hindustanischen klassischen Musik
Der Bordun ist das Fundament der indischen klassischen Musik: Die Shruti Box liefert diesen kontinuierlichen Referenzton.

Wie die Shruti Box funktioniert: Blasebalg und Zungen

Der Mechanismus der Shruti Box besticht durch seine Einfachheit:

Blasebalgsystem

Der Blasebalg befindet sich an einer der Seitenflächen des Instruments. Durch Zusammendrücken und Ausdehnen des Blasebalgs von Hand entsteht ein kontinuierlicher Luftstrom ins Innere des Kastens. Der Musiker bewegt den Blasebalg gleichmäßig — fast wie beim Atmen —, um den Luftstrom ohne Unterbrechung zu halten. Mit der Übung wird die Bewegung automatisch und unbewusst, sodass die Aufmerksamkeit frei für den Gesang wird.

Metallzungen

Im Inneren des Kastens befindet sich eine Reihe von Messing- oder Stahlzungen, eine pro Note. Jede Zunge ist an einer Platte befestigt und schwingt bei Luftdurchfluss in ihrer natürlichen Frequenz. Länge und Dicke der Zunge bestimmen die Tonhöhe: längere, dickere Zungen erzeugen tiefere Töne, kürzere, dünnere höhere.

Auswahltasten

Oben am Instrument befindet sich eine Reihe kleiner Schiebetasten (bei manchen modernen Modellen auch Knöpfe). Jede Taste steuert ein Ventil, das den Luftweg zur entsprechenden Zunge öffnet oder schließt. Um einen Bordun zu erzeugen, öffnet man einfach die Tasten der gewünschten Noten und hält den Blasebalg in Bewegung.

Tonumfang und Stimmung

Die meisten Shruti Boxen decken einen Bereich von C3 bis C5 (zwei Oktaven) mit 13 oder 14 chromatischen Noten pro Oktave ab. Der übliche Gesamtumfang liegt bei 13-22 Zungen, je nach Modell. In der Praxis werden in der indischen Musik gleichzeitig 2-4 Noten für den Bordun genutzt: typischerweise die Tonika (Sa), die Quinte (Pa), die Oktave und manchmal die Quarte (Ma).

Die Standardstimmung ist A=440 Hz, wobei viele Shruti Boxen eine Feinjustierung von ±20 Cent erlauben, um sich der Stimme des Sängers anzupassen.

Wie man eine Shruti Box benutzt: erste Schritte

  1. Finden Sie Ihre Tonart: In der indischen Musik hat jeder Sänger seine natürliche Tonart. Kennen Sie diese nicht, singen Sie Sa (Do) auf verschiedenen Höhen, bis Sie die finden, die sich in Ihrer Kehle bequem und resonant anfühlt.
  2. Wählen Sie die Noten: öffnen Sie die Tasten der Tonika (Sa) und der Quinte (Pa). Für einen reicheren Bordun fügen Sie auch die Oktave von Sa hinzu. Deckt Ihr Modell zwei Oktaven ab, erzeugt das gemeinsame Öffnen von tiefem und hohem Sa einen besonders tiefen Effekt.
  3. Aktivieren Sie den Blasebalg: legen Sie das Instrument auf den Schoß oder eine stabile Oberfläche. Halten Sie den Blasebalg mit der nicht dominanten Hand und beginnen Sie, ihn mit langsamer, gleichmäßiger Bewegung zusammenzudrücken und auszudehnen.
  4. Stimmen Sie fein nach: Hat Ihre Shruti Box eine Tonhöhenregelung, stellen Sie sie so ein, dass der Bordun im Einklang mit Ihrer Stimme beim Singen von Sa erklingt.
  5. Singen oder meditieren Sie: Ist der Bordun etabliert, halten Sie den Blasebalg in Bewegung und lassen Sie sich vom Klang tragen. Für die Meditation hören Sie einfach dem Bordun zu und lassen Sie Ihren Geist darauf zur Ruhe kommen.

Tipp: Damit die Blasebalgbewegung nicht ermüdet, nutzen Sie den ganzen Unterarm (nicht nur das Handgelenk) und üben Sie gleichmäßigen Druck. Bei 10-15 Minuten täglicher Übung wird die Bewegung völlig automatisch.

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Modell / Typ Preis ca. Noten Material Niveau
Basis-Shruti-Box aus Holz 40-60 € 13 Noten (C3-C4) Holz + Messing Einsteiger
Indische Standard-Sur-Peti 70-120 € 22 Noten (C3-C5) Teakholz + Stahl Mittelstufe
Elektronische Shruti Box 100-180 € 13 Noten + Feinregelung Kunststoff + Lautsprecher Alle Niveaus
Professionelle Sur Peti aus Miraj 180-300 € 22 Noten + Mikrotöne Sandelholz / Teak Professionell
Premium-elektronische Shruti Box 200-350 € Alle Noten + MIDI Metall + Holz Fortgeschritten / Studio

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Zungen- und Blasebalgsystem eines Harmoniums — dasselbe Prinzip wie bei der indischen Shruti Box
Die Shruti Box funktioniert nach demselben Prinzip wie das Harmonium: Metallzungen, die von einem handbetriebenen Blasebalg aktiviert werden.

Shruti Box vs. Harmonium vs. Tanpura: welches wählen?

Alle drei Instrumente erfüllen ähnliche Funktionen in der indischen Musik, mit wichtigen Unterschieden:

Shruti Box

  • Größe: sehr kompakt (20-30 cm)
  • Funktion: ausschließlich kontinuierlicher Bordun
  • Technik: minimal — Tasten öffnen und Blasebalg bewegen
  • Preis: 40-300 €
  • Ideal für: Gesangsübung, Meditation, Reisen

Harmonium

  • Größe: groß (60-90 cm), benötigt Tisch oder Boden
  • Funktion: Melodie + Begleitung + Bordun
  • Technik: erfordert Tastaturkenntnisse
  • Preis: 200-1.500 €
  • Ideal für: ausgebildete Musiker, fortgeschrittenen Kirtan, Studio

Tanpura

  • Größe: langes Saiteninstrument (100-130 cm)
  • Funktion: Bordun durch gezupfte Saiten (4 Saiten)
  • Technik: kontinuierliches Zupfen der 4 Saiten in Reihenfolge
  • Preis: 150-800 €
  • Ideal für: authentische indische klassische Musik, Konzerte

Praktisches Fazit: Um mit dem indischen Bordun in Meditation oder Gesangsübung zu starten, ist die Shruti Box in Preis, Größe und Handhabung die beste Wahl. Die Tanpura klingt authentischer, braucht aber mehr Platz und Pflege. Das Harmonium ist am vielseitigsten, aber auch am teuersten und sperrigsten.

Wenn Sie sich für weitere Meditations- und Bordun-Instrumente interessieren, sehen Sie sich auch unseren Kalimba-Ratgeber an.

Die Shruti Box in Aktion: so klingt sie

Dieses Video zeigt den echten Klang einer Shruti Box und ihre Verwendung in der indischen Gesangspraxis:

Häufig gestellte Fragen zur Shruti Box

Was ist eine Shruti Box?

Ein indisches Blasinstrument mit Metallzungen und Handblasebalg, das einen kontinuierlichen Bordun erzeugt. Sie gibt den Referenzton in indischer klassischer Musik, Kirtan, Gesang und Meditation. Funktioniert ähnlich wie ein Harmonium, aber ohne vollständige Tastatur.

Wie funktioniert die Shruti Box?

Durch Blasebalg und Metallzungen: Bewegt man den Blasebalg von Hand, aktiviert die Luft die Zungen der mit den Schiebetasten ausgewählten Noten und erzeugt einen kontinuierlichen, gehaltenen Ton.

Was ist der Unterschied zwischen Shruti Box, Harmonium und Tanpura?

Die Shruti Box ist kompakt und erzeugt nur Bordune. Das Harmonium ist größer mit vollständiger Tastatur für Melodien. Die Tanpura ist ein Saiteninstrument mit anderem Klang. Für den Einstieg ist die Shruti Box die praktischste und günstigste Option.

Welche Noten hat eine Shruti Box?

Die meisten decken C3-C5 (zwei Oktaven) mit 13-22 chromatischen Zungen ab. Standardmodelle haben 13-14 Noten pro Oktave; professionelle können zusätzliche Mikrotöne enthalten.

Wofür wird eine Shruti Box verwendet?

Um den Referenz-Bordun beim indischen klassischen Gesang, in der Gesangsübung, im Kirtan, in Meditation und Yoga zu geben. Besonders nützlich, um die Stimme zu stimmen und während meditativer Praxis konzentriert zu bleiben.

Wie stimmt man eine Shruti Box?

Elektronische Modelle haben einen Stimmregler. Mechanische werden durch Anpassung der Zungen mit einem kleinen Schraubenzieher gestimmt — besser einem Techniker überlassen. Für den Alltag sind elektronische Modelle deutlich komfortabler.

Wie viel kostet eine Shruti Box?

Einstieg: 40-80 €. Mittlere Qualität: 80-150 €. Elektronisch: 100-250 €. Professionell: 200-350 €. Der Preisbereich ist für die meisten Musiker und Praktizierenden zugänglich.

Ist die Shruti Box schwer zu spielen?

Nein. Sie ist eines der zugänglichsten Instrumente: Jeder kann innerhalb von 5 Minuten einen stabilen Bordun erzeugen. Man muss nur die richtige Note wählen und den Blasebalg gleichmäßig und kontinuierlich bewegen.

Wo man eine Shruti Box kaufen kann

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